| Schlüsselbein-Bruch - und was ist ein Rucksackverband? |
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Das gebrochene Schlüsselbein wird durch diesen speziellen Verband annähernd in der richtigen Position fixiert und kann ausheilen
Der Rucksackverband fixiert das gebrochene Schlüsselbein Illustration: W&B/ Swen Sallwey Das Schultergelenk ist das mit Abstand beweglichste Gelenk unseres Körpers. Möglich wird dies durch seine flexible Befestigung am Rumpfskelett über einen einzigen zarten Knochen, der im Grunde kaum mehr als ein „Abstandhalter“ ist: Das leicht S-förmig geschwungene Schlüsselbein verbindet das Schulterblatt mit dem Brustbein. Die Achillesferse der Leichtbauweise zeigt sich bei einem Sturz auf die Schulter oder auf den ausgestreckten Arm: Das zwischen seinen beiden Partnern eingekeilte Schlüsselbein hat gröberer Gewalt nur wenig entgegenzusetzen. Ein Bruch des im Fachjargon „Clavicula“ genannten Knochens zählt bei Kindern zu den häufigsten Frakturen. Erwachsene erwischt es meist bei Sportarten wie Radfahren, Skilaufen, Fußball oder Handball. In vier von fünf Fällen bricht der grazile Knochen ziemlich genau in der Mitte. Eine Operation, bei welcher der Chirurg meist eine stabilisierende Metallplatte auf den gebrochenen Knochen schraubt, ist dann nicht nötig. Stattdessen erhält der Betroffene einen so genannten Rucksackverband (siehe Abbildung). Dessen Gurte verlaufen vorn über beide Schlüsselbeine und ziehen die Schultern nach hinten. Die gebrochene Clavicula wird so annähernd in der richtigen Position fixiert und heilt innerhalb von vier Wochen wieder zusammen. Nachteile: Absolut ruhig stellen – wie für eine optimale Heilung wünschenswert – kann der Rucksackverband den Bruch nicht. Den Vorteil, nicht unters Messer zu müssen, bezahlt der Patient deshalb mit deutlich länger anhaltenden Schmerzen. Zudem bleibt oft eine unschöne „Verkürzungsfehlstellung“ oder ein deutlich sichtbarer Knick zurück. Wenn die Bruchenden etwas gegeneinander verschoben zusammenwachsen, kann der nun erheblich dickere Knochen unter Umständen auf darunter verlaufende Nerven oder Blutgefäße drücken. Mögliche Folge: anhaltendes Kribbeln oder ein taubes Gefühl sowie Schmerzen. |
